Unsere Gemeinde

Ellscheid ist ein kleines Eifeldorf mit einer langen Geschichte, lebendigen Traditionen und einer starken Dorfgemeinschaft. Unser Ort liegt mitten in der Vulkaneifel und wurde bereits im Jahr 1136 erstmals urkundlich erwähnt. Über viele Jahrhunderte hinweg hat sich Ellscheid stetig weiterentwickelt und dabei seinen besonderen Charakter bewahrt.

Auf dieser Seite möchten wir einen Einblick in verschiedene Bereiche unserer Gemeinde geben. Dazu gehören die Geschichte unseres Dorfes, unser Wappen mit seinen historischen Bedeutungen, sowie Bräuche und Traditionen, die das Dorfleben früher geprägt haben und zum Teil bis heute gepflegt werden.

Auch das kirchliche Leben, das seit jeher ein wichtiger Bestandteil der Dorfgemeinschaft ist, gehört dazu. Die folgenden Informationen zeigen also, wie sich unser Dorf über viele Jahre entwickelt hat und was Ellscheid bis heute ausmacht.

Bürgermeister von früher bis heute
  • 1851 – Nikolaus Schenk
  • 1851 – 1856 – Johann Nikolaus Jungen
  • 1856 – 1874 – Jakob Jungen
  • 1874 – 1885 – Johann Nikolaus Jungen
  • 1885 – 1892 – Philipp Oeffling
  • 1892 – 1898 – Johann Jakob Jungen
  • 1898 – 1904 – Johann Füllens
  • 1904 – 1920 – Johann Weber
  • 1920 – 1924 – Johann Schlimpen
  • 1924 – 1934 – Josef Saxler
  • 1934 – 1946 – Jakob Borsch
  • 1946 – 1956 – Peter Ackermann
  • 1956 – 1960 – Peter Waldorf
  • 1960 – 1969 – Peter Ackermann
  • 1969 – 1984 – Alois Weber
  • 1984 – 1994 – Karl-Heinz Janshen
  • 1994 – 1999 – Wilfried Borsch
  • 1999 – 2014 – Albert Borsch
  • 2014 – 2024 – Dieter Ackermann
  • seit 2024 – Andreas Alt

ca. 700 v. Chr.

Frühe Besiedlung der Region

In der Umgebung von Ellscheid wurden keltische Hügelgräber aus der frühen Eisenzeit gefunden. Sie zeigen, dass die Gegend bereits vor über 2.500 Jahren besiedelt war.

ca. 700 v. Chr.

Jahr 1136

Erste urkundliche Erwähnung

Der Ort wird erstmals unter dem Namen „Hedelscheit“ erwähnt. In einer Urkunde wird bestätigt, dass ein Wald zum Besitz des Stifts „Unserer Lieben Frau zu Prüm“ gehörte. Daraus entwickelte sich später der heutige Ortsname Ellscheid.

Jahr 1136

17. Jahrhundert

Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde das damalige Dorf von französischen Truppen geplündert und zerstört. Die Einwohner flohen zeitweise in ein Seitental des Mürmes. Später entstand das Dorf an der heutigen Stelle neu.

17. Jahrhundert

1772

Bau der Kirche St. Antonius

Die Kirche St. Antonius prägt bis heute das Ortsbild von Ellscheid. Der Bau stammt aus dem Jahr 1772. Einige religiöse Figuren im Inneren sind sogar noch älter und stammen aus dem 13. Jahrhundert.

1772

um 1800

Erste Dorfschule

Bereits um 1800 gab es in Ellscheid eine sogenannte Winterschule. Unterricht fand nur in den Wintermonaten statt. Ab 1817 unterrichtete mit Bernhard Diewald der erste feste Lehrer im Dorf.

um 1800

1895

Neue Schule am Dorfrand

Da die alte Schule im Ortskern zu klein geworden war, wurde 1895/96 eine neue Schule am Ortsrand in Richtung Saxler gebaut. Auch Kinder aus dem Nachbarort Saxler besuchten hier den Unterricht.

1895

1939–1945

Kriegsjahre

Der Zweite Weltkrieg prägte auch das Leben im Dorf. Viele Männer wurden zum Kriegsdienst eingezogen, einige kehrten nicht mehr zurück. Für die Bevölkerung waren diese Jahre von Entbehrungen und großer Unsicherheit geprägt.

1939–1945

1972

Ende der Schule in Ellscheid

Mit dem Ende des Schuljahres 1971/72 wurde die Grundschule Ellscheid aufgelöst. Seitdem besuchen die Grundschulkinder die Schule in Gillenfeld.

1972

1980

Bau des Bürgerhauses

Mit dem Bau des Bürgerhauses entstand ein wichtiger Treffpunkt für das Dorfleben. Der Bürgersaal wird bis heute für Veranstaltungen, Versammlungen und Feiern genutzt.

1980

Heute

Lebendige Dorfgemeinschaft

Ellscheid ist heute eine aktive Gemeinde in der Vulkaneifel. Vereine, Veranstaltungen und gemeinschaftliche Projekte zeigen den starken Zusammenhalt im Dorf.

Heute

Bräuche und Traditionen haben das Leben in der Eifel über viele Generationen geprägt. Auch in Ellscheid gab es zahlreiche alte Sitten, die den Jahreslauf und das Zusammenleben im Dorf begleitet haben. Einige dieser Bräuche sind im Laufe der Zeit verschwunden, andere werden bis heute gepflegt und erinnern an die früheren Lebensweisen der Menschen in der Region.

Ein besonders bekannter Brauch ist das Klappern an den Kartagen. Da nach alter Tradition die Kirchenglocken von Gründonnerstag bis zur Osternacht schweigen – man sagt, sie seien „nach Rom geflogen“ – ziehen die Kinder des Dorfes mit Klappern, Raspeln und Rumpelkasten durch die Straßen. Sie ersetzen das Glockengeläut und rufen zu den Gebetszeiten oder kündigen den Mittag und den nahenden Ostersonntag an.

Am Ostersonntag gehen die Kinder schließlich durch das Dorf, sammeln Eier oder kleine Geldspenden ein und teilen diese anschließend untereinander auf.

Ein weiterer Brauch war das sogenannte Hillich-Schleifen. Dabei verabschiedeten sich die Junggesellen des Dorfes von einer Braut, wenn sie heiratete. Mit einem speziellen Gestell mit Rädern und einer rostigen Sense wurde ein lautes, klagendes Geräusch erzeugt – ein symbolischer Ausdruck darüber, dass eine „Dorfblume“ das Dorfleben der Junggesellen verlässt. Begleitet wurde dieses Ritual von traditionellen Liedern und einem anschließenden geselligen Beisammensein. Heute lebt dieser Brauch meist in veränderter Form beim Polterabend weiter.

Auch alte Einträge aus der Schulchronik zeigen, dass das Dorfleben früher wie heute von menschlichen Geschichten geprägt war – manchmal auch von kleinen Streichen der Dorfjugend. Solche Überlieferungen sind Teil der lebendigen Geschichte unserer Gemeinde.

Von Silber und Blau schräglinks geteilt; oben ein rotes Antoniuskreuz mit 2 Glöckchen unten 3 (1:1:1) silberne Fische. Orts- und Kirchenpatron ist der hl. Antonius, der Eremit. Sein Symbol ist das Antoniuskreuz, hier mit 2 Pilgerglöckchen versehen. Die 3 silbernen Fische auf blauem Grund stehen für die 3 kurfürstlichen Fischweiher auf Ellscheider Gemarkung (Mürmesweiher, Finkenweiher und Mittelweiher). Die Ellscheider waren dem Kurfürsten verpflichtet, beim Fischfang und bei der Reinigung der Weiher Frondienste zuleisten.

Der ursprüngliche Bau der Kirche wurde im Jahr 1772 errichtet, was noch heute am Torbogen zum Kirchenraum zu erkennen ist. Die Statuen der Mutter Gottes, des hl. Antonius und der hl. Luzia stammen aus dem 13. Jahrhundert und deuten darauf hin, dass es bereits vorher eine Kirche oder Kapelle in Ellscheid gegeben haben könnte.

1811 wurde der Glockenturm gebaut, zunächst mit nur einer Glocke. Während der Zeit der Französischen Revolution, als vielerorts Kirchenglocken eingeschmolzen wurden, versteckten die Ellscheider ihre Glocke heimlich im Boden eines Hauses. So blieb sie erhalten und konnte später wieder im Turm aufgehängt werden. Die Glocke stammt aus dem Jahr 1452 und trägt die Inschrift:
„Maria heißen ich, all bösen Weder verdrieven ich. Anno MCCCCLII.“

Im Sommer 1920 wurde eine Empore („Mannhaus“) eingebaut, da die Kirche für die wachsende Bevölkerung zu klein geworden war.

Da auch danach bei größeren kirchlichen Feiern der Platz nicht ausreichte, wurde die Kirche 1935 erweitert. Dabei entstanden der heutige Altarraum und die Sakristei.

Der Blick in die Ellscheider Kirche.

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